Hauschronik

Am 1. April 1901 wurde durch notariellen Gesellschaftsvertrag die Firma Druckerei- und Verlagsgesellschaft mbH gegründet. Der vorwiegende Zweck der Gründung des Unternehmens war die Herausgabe einer Zeitung als amtliches Organ für die Gemeinden des Amtes Lütgendortmund und Nachbargemeinden. Bereits am 23. Oktober 1888 erschien eine Zeitung unter dem Titel „Gemeindezeitung für die Gemeinden des Amtes Lütgendortmund“ die zuerst in Dortmund bei Herrn Hermann Meyer gedruckt wurde und ab Frühjahr 1890 in Lütgendortmund in der im Hause des Herrn Wilhelm Westhoff eingerichteten Druckerei durch Herrn Robert Hermann herausgebracht wurde. Nach 12jährigem Bestehen ging diese, obwohl sie sich gut entwickelt hatte, am I. Oktober 1900 aus Gründen, die nicht zuletzt in der Person des Herausgebers zu suchen waren, wieder ein. Nicht nur die amtlichen Stellen, die dieses Blatt für Ihre Veröffentlichungen benötigten, sondern auch die gesamte Geschäftswelt Lütgendortmunds bedauerten die Einstellung, und es wurde allgemein der Wunsch nach einem Wiederaufleben der Zeitung laut.

Auf Anregung des Herrn Amtsrentmeisters Heinrich Schildwächter und mit Unterstützung des Herrn Ehrenamtmanns Heinrich Westermann fanden dann Besprechungen mit hiesigen Geschäftsinhabern statt, die am 8. März 1901 zum Erfolg führten.

Mit dem für die Geschäftsführung gewonnenen Herrn F. Müller aus Darmstadt waren es nun 9 Herren, die das erforderliche Kapital für die Gründung einer Gesellschaft aufbrachten. Es waren dieses die Herren: H. Schildwächter, H. Westermann, J. Klerner, W. Kersten, H. Becker, L. Westhoff, H. lserlohe und W. Specht.



Nicht nur die Zeitung, auch die Herstellung von Akzidenzen nahm eine günstige Entwicklung, da in dem Geschäftsführer, Herrn Müller, ein tatkräftiger Buchdruckfachmann gewonnen war, welcher aus kleinem Anfang die Firma zu einer beachtlichen Größe entwickelte und sie in Westfalen und den angrenzenden Bezirken durch die Einrichtung eines Formularverlages für Behörden einführte. Seit 1906 wurde U. a. eine Bauzeitung für Rheinland-Westfalen herausgegeben. Bald erwies sich, dass die benutzten Räume zu klein waren. Im Jahre 1904 wurde das Grundstück an der Wilhelmstraße, jetzt Limbeckerstr. 36, von Herrn Wegmann erworben, auf dem dann in den Jahren 1904 – 1906 ein nach den neuesten Erfahrungen zweckmäßig eingerichtetes Druckereigebäude und ein größeres Geschäfts- und Wohngebäude erbaut wurden. Die günstige Entwicklung der Zeitung, die im Laufe der Jahre zu einem wertvollen Heimatblatt wurde, wie auch die des Druckereibetriebes und des Verlages schritt weiter fort. Der Umsatz stieg von Jahr zu Jahr. lm Jahre 1910 wurde die erste Setzmaschine aufgestellt. Am 7. Oktober 1924 starb Herr Müller. An seiner Stelle wurde Herr Ewald Wulff zum Geschäftsführer bestellt. Der Betrieb vergrößerte sich nach dem ersten Weltkrieg weiter, so dass im Jahre 1928 ein größerer Anbau an dem Druckereigebäude und die Anschaffung moderner Maschinen und weiterer Einrichtungen notwendig wurden.

Die GmbH wurde im Jahre 1936 in eine Kommanditgesellschaft mit dem Firmennamen Druckerei- und Verlagsgesellschaft Wulff & Co. KG., Dortmund-Lütgendortmund, umgewandelt. Mancherlei Rückschläge waren nicht zu vermeiden. Die Bauzeitung, fiel bereits 1934 der Neuordnung des Zeitschriftenwesens zum Opfer, die Amtszeitung musste 1941 eingestellt werden und konnte erst, nachdem die amerikanische und englische Militärregierungen die Herausgabe von Tageszeitungen freigegeben hatten, am 15. November 1949 als Dortmunder Nord-West-Zeitung wieder erscheinen. In der Nacht vom 3. auf den 4. Juli 1941 wurde bei einem Fliegerangriff auf Lütgendortmund das Druckereigebäude durch Brand- bomben zu 6O% vernichtet, wobei auch Maschinen und Schriften weitgehend zugrunde gerichtet wurden. Der Wiederaufbau des Gebäudes fand 1941/42 statt. Maschinen und Schriften konnten zum Teil erst nach Beendigung des Krieges neu beschafft werden, so daß jetzt eine volle Leistungsfähigkeit des Betriebes vorhanden ist. Nach Beendigung des 2. Weltkrieges und nach der Rückkehr vieler, bewährter Mitarbeiter wurde besonders auf den Oualitätsdruck für Industrie, Handel und Gewerbe hingearbeitet. Es ist gelungen auch, hierin gute Erfolge zu erreichen. Gröbere Verlagswerke wie Adreßbücher in mehreren Sprachen, Romane und wissenschaftliche Werke wurden herausgebracht. Aufträge für Behörden und der Formularvertrieb bilden weiterhin einen Hauptarbeitszweig unseres Betriebes.